Bösartige Prostataveränderung = Krebs der Prostata

Die Wahrscheinlichkeit, eines Prostatakrebses zu bekommen, steigt mit zunehmendem Alter an, jedoch können auch Männer um dem 40-sten Lebensjahr betroffen sein. Wird der Krebs rechtszeitig entdeckt, also vor einer Streuung/Metastasen oder ein Wachstum ausserhalb der Prostata, so ist meist eine Heilung möglich. Besteht bei der Vorsorgeuntersuchnug (PSA-Bestimmung, Abtasten und/oder Ultraschalluntersuchung der Prostata) ein Krebsverdacht, so ist die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata notwendig, denn nur der Pathologe, der das Gewebe unterm Mikroskop weiter untersucht, kann einen Krebs sicher nachweisen. Die Gewebeentnahme erfolgt in der Regel durch den Darm in örtlicher Betäubung unter Schutz durch ein Antibiotikum, damit keine Entzündung in der Prostata entsteht, auch müssen blutverdünnende Medikamente vorher abgesetzt oder ersetzt werden. Man entnimmt nach aktuellen Empfehlungen je nach Größe der Prostata 10-12 Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata, um auch einen noch kleinen Krebsherd zu entdecken.

Bei Nachweis eines Krebses sind heute eine Reihe (s.u.) von Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Abhängig von Ihrem Alter, von Ihren Begleiterkrankungen, sowie der Ausprägung und Aggressivität des Krebses werden wir Sie ausführlich beraten, um die für Sie optimale Behandlung zu finden, die den Krebs möglichst beseitigt oder zumindest so eindämmt, dass er Sie in Ihrem weiteren Leben möglichst wenig beeinflußt. Dabei müssen auch die Nebenwirkungen und Risiken der jeweiligen Behandlungswege mit berücksichtigt werden.

Im Wesentlichen sind folgende Behandlungen bei Nachweis eines Prostatkrebses möglich:

Kontrolliertes Zuwarten (Active Survielance): Bei einem frühen Stadium und wenig aggressivem Krebs wird dieser durch regelmäßige Kontrollen einschließlich einer erneuten Gewebeprobe nach einem Jahr nur überwacht. Erst bei einer Zunahme des Krebs erfolgt eine Behandlung.

Ausschalten des männlichen Hormons (Androgendepriviation) durch Medikamente: Früher wurden dazu die Hoden entfernt, heute erfolgt die Hormonunterdrückung durch Medikamente, die als Depot unter die Haut gespritzt werden und nach 1-12 Monate erneuert werden müssen. Ohne das männliche Hormon bildet sich ein Prostatakrebs zunächst zurück, nach ca. 5-10 Jahren kommt es jedoch zu einem erneuten Wachstum. Wesentliche Nebenwirkungen sind die Ausbildung einer Potenzstörung, sowie nach längerer Therapie zu einer Osteoporose und Blutarmut.

Bestrahlung (Strahlenthrapie) mit vollständigem Abtöten des Krebses: Diese kann allein durch die Haut oder durch einmaliges Einlage von Strahlenkörperchen in die Prostata, oder auch in Kombination erfolgen. Durch die Bestrahlung kann wie bei einer Operation eine vollständige Heilung erreicht werden. Vorübergehend kommt es zu Nebenwirkungen an der Haut, der Harnblase (häufiger Harndrang, Verschlechterung der Blasenentleerung) und des Mastdarmes (häufiger Stuhldrang, Blut im Stuhl). Diese Nebenwirkungen bilden sich meist jedoch in wenigen Wochen wieder weitgehend zurück. Nach einigen Jahren entstehen oft Potenzstörungen.

Operativ mit vollständiger Entfernung der Prostata und der Samenblasen mit anschließender Wiederherstellung der Verbindung zwischen Harnblase und Harnröhre. Eine Operation kann über einen Unterbauchschnitt oder über den Damm erfolgen. Seit einigen Jahren ist die Entfernung auch über eine Bauchspiegelung mit nur 4 kleinen Wunden möglich. Letzteres wird neuerdings mit Assistenz durch einen Roboter ergänzt, der die Instrumente führt. Neben der akuten Belastung (Wundheilung, Narkose) sind als Folgen der Operation eine Urinhalteschwäche (Harninkontinenz) und eine Potenzstörung zu nennen. Durch Verbesserung der OP-Methoden hat sich das Ausmaß einer Harninkontinenz in dn letzten Jahren deutlich verringert und beschränkt sich im Wesentlichen auf die ersten Wochen bis Monate nach der OP. Je früher ein Prostatkrebs erkannt wird, desto schonender ist eine Operation mit Erhaltung der für die Potenz wichtigen Nerven und Gefäßen möglich, so dass bei guten Voraussetzungen eine Erhaltung der Potenz in 60-80% möglich ist, wobei oft der zusätzliche Einsatz von Medikamenten wie Viagra, Cialis, Levitra notwendig ist.

Sollte bei Ihnen ein Prostatakrebs entdeckt werden, so werden wir Sie ausführlich beraten, um die für Sie selbst optimale Behandlungsmethode zu finden.