Hoden/Nebenhoden

Der Hoden und Nebenhoden im Hodensack ist für die Bildung und Reifung der Samenzellen und für die Bildung des männlichen Hormons (Testosteron) zuständig. Folgende wesentliche Erkrankungen gibt es, die Behandlungen können meist von uns erbracht werden:

Nebenhoden: Gutartige Tumoren: Wasser- (Cysten) bzw. Samenzellen- (Spermatocelen) gefüllte Blasen oder seltene gutartige Tumoren werden ambulant in Narkose entfernt. Bösartige Nebenhodentumore sind eine Rarität. Eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) tritt meist im Rahmen eines Harnwegsinfektes (Entzündung der Harnblase +/- Prostata und Harnröhre) und wird medikamentöse mit Antibiotika, entzündungshemmenden Medikamenten, sowie Hochlagern und Kühlen des Hodensacks behandelt. Selten ist eine operative Therapie notwendig. Bei Mitbeteiligung des Hodens (Epididymoorchitis) erfolgt ebenfalls zunächst eine konservative Therapie.

Hoden: Bösartige Tumoren des Hodens: Der Hodenkrebs ist bei Männern in 16.-30. Lebensjahr der häufigste Krebs und fällt in der Regel durch eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens auf. Junge Männer sollten daher regelmäßig ihre Hoden abtasten und sich bei einer Veränderung umgehend beim Arzt vorstellen. Dort wird dann mittels Abtasten, einer Ultraschalluntersuchung und Blutuntersuchungen der Verdacht erhärtet oder ausgeschlossen. Bei Verdacht auf einen Hodenkrebs erfolgt in Narkose die Freilegung des Hodens über einen Leistenschnitt. Anschließend wird eine Gewebeprobe entnommen und unmittelbar vom Pathologen untersucht. Sollte dieser einen Hodenkrebs bestätigen, so wird der Hoden mitsamt des Nebenhodens und Samenstranges bis zur Leiste entfernt. Je nach feingeweblichem Endergebnis (Histologie), einer Computeruntersuchung von Brust und Bauch und Blutuntersuchungen ist eine zusätzliche Chemotherapie, seltener eine Bestrahlung oder Operation im Weiteren notwendig. In einem frühen Stadium kann auch nur ein kontrolliertes Zuwarten erfolgen. Insgesamt sind die Heilungschancen beim Hodenkrebs mit > 90% sehr gut, viel besser als bei den meisten anderen Krebserkrankungen.

Wasserbruch (Hydrocele testis): Eine vermehrte Wasseransammlung um den Hoden und Nebenhoden kann durch ihre Größe Beschwerden verursachen, es erfolgt eine Abtragung der Hülle um den Hoden und Nebenhoden in Narkose, eine stationärer Aufenthalt ist meist für 2-3 Tage notwendig.

Krampfadern am Hoden (Varicocele testis): Hierbei handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung und Verdickung des Venengeflechts um den Hoden und im Samenstrang. Dieses kann durch ihre Größe stören, aber auch zu einer Beeinträchtigung der Samenqualität mit verminderter Zeugungsfähigkeit führen. Es gibt verschiedene operative Behandlungsmethoden, die alle eine Versagensquote von ca. 5-15% haben. Wir bieten Ihnen eine der Standartmethoden an, die Verödung der Krampfadern über einen Hodensackschnitt, welches ambulant in örtlicher Betäubung erfolgen kann.