Kinder

Angeborene Vorhautenge (Phimose): Eine enge Vorhaut ist bei Jungen bis zum 3.-4- Lebensjahr normal und muss nur behandelt werden, wenn dadurch wiederholt Entzündungen der Harnwege (Blasenentzündungen) bzw. der Vorhaut auftreten oder wenn sich beim Wasserlassen die Vorhaut ballonförmig erweitert. In diesen Fällen sollte eine Beschneidung erfolgen. Ab dem 4. Lebensjahr kann die Vorhaut zunehmend zurückgeschoben werden, um die Zellreste (Smegma) zu entfernen. Sollte dieses weiterhin nicht möglich sein, kann durch ein vorübergehendes Auftragen einer kortisonhaltigen Salbe die Vorhaut gelockert werden, um das Zurückschieben zu erleichtern. Eine Beschneidung ist bei Misserfolg nur selten notwendig. Bleiben Verblebungen zwischen Vorhaut und Eichel zurück, so lassen sich diese ab dem 6. Lebensjahr in einer örtlichen Betäubung, davor nur in Narkose, leicht lösen ohne das eine Beschneidung notwendig ist. Besonders bei der Vorhautenge ist ein individuelles Vorgehen notwendig.

Einnässen in der Nacht (Enuresis nocturna): Eine vollständige Kontrolle über die Harnblase erlangen Kinder erst zwischen dem 5.-6. Lebensjahr, ein vorzeitiges trockensein erreichen die Kinder durch ein Zusammenkneife es Schließmuskels bei einem Harndrang. Sie müssen dann zur Toilette gehen, damit sie die Blasen beim nächsten Harndrang nach einigen Minuten ganz entleeren können. Sollte ein nur nächtliches Einnässen nach dem 5.-6- Lebensjahr bestehen bleiben, so sollte zunächst eine Urinuntersuchung zum Ausschluss eines Harnwegsinfektes, eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Harnblase und ein Trink-Miktions-Protokoll angefertigt werden, bei dem die Uhrzeit, sowie die Trink-und Urinmengen notiert werden. Anhand der Untersuchungsergebnisse sind dann verschiedene Therapiemöglichkeiten gegeben: Erhöhung der Blasenkapazität durch Medikamente, Reduktion der nächtlichen Urinbildung, Erlernen des nächtlichen Wasserlassens beim Harndrang (Klingelhose).

Hodenhochstand: Bei etwa 10-20% der Jungen liegen die Hoden bei der Geburt nicht im Hodensack. In den ersten 6 Monaten kann ein spontanes Tiefertreten der Hoden abgewartet werden. Sind die Hoden im 6. Lebensmonat noch nicht die meiste Zeit im Hodensack, sollte eine Behandlung erfolgen, da sonst eine Schädigung der Zellen entstehen kann, die später für die Zeugungsfähigkeit wichtig sind. Zunächst wird oft durch eine Hormongabe versucht, ein Tiefertreten der Hoden zu erreichen. Bei Misserfolg ist eine Operation notwendig, die nach neusten Erkenntnissen bis Ende des 1. Lebensjahr erfolgen sollte. Bei dieser Operation werden die Hoden über einen Leistenschnitt gelöst und nach Verlagerung im Hodensack durch einen Extraschnitt befestigt. Ob diese Operation ambulant möglich ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Auch im höheren Lebensalter ist eine Verlagerung des Hoden unbedingt sinnvoll, da bei einem zu hoch liegendem Hoden nicht nur die Samenproduktion gestört wird, sondern auf das Risiko für einen Hodenkrebs ansteigt.